Aktuell

20. April 2013

Besteuerung von Unternehmen

Auch Unternehmen werden ab diesem Jahr stärker belastet. Die einzige positive Nachricht für sie ist die Einführung einer „Körperschaftsteuergutschrift für die Wettbewerbsfähigkeit“ ab dem 1.1.2013.

Die Bemessungsgrundlage der Steuergutschrift ist der Betrag der Vergütungen an Arbeitnehmer, die weniger als 2,5 Mal das Mindestgehalt (SMIC), also ca. 3.500 EUR / Monat, verdienen. Die Steuergutschrift beträgt 4% dieser Vergütungen im Jahr 2013 und 6% ab dem Jahr 2014 und kann auf die Körperschaftsteuer angerechnet werden. Wenn sie höher liegt, kann für mittelständische Unternehmen der überschüssige Betrag erstattet werden. Für Großunternehmen wird der überschüssige Betrag vorgetragen (und kann erst nach 3 Jahren erstattet werden). Das Gesetz sieht vor, dass die Steuergutschrift weder für eine Dividendenausschüttung noch für die Zahlung von Vergütungen der leitenden
Angestellten benutzt werden kann.

 

Frankreich hatte nach dem deutschen Modell eine Mindestbesteuerung eingeführt. Bis zum 31.12.2012 konnte ein Verlustvortrag nur bis zu 1 Million EUR zzgl. 60% des überschüssigen Jahresgewinns angerechnet werden. Ab dem 1.1.2013 wird die 60% Obergrenze auf 50% herabgesetzt.

 

Ferner wird der Abzug von Zinsaufwendungen noch stärker erschwert. Zusätzlich zu den bestehenden Einschränkungen (Gesellschafterfremdfinanzierung, Hinzurechnung bei Organschaft und Erwerb von Beteiligungen) findet jetzt eine Zinsschranke Anwendung.


Seit dem 1.1.2013 sind 15% der Nettozinsaufwendungen (25% ab dem
1.1.2014) nicht mehr abzugsfähig. Dies gilt sowohl für finanzielle Beziehungen zwischen nahestehenden Personen als auch zwischen fremden Dritten. Die
Nettozinsaufwendungen ergeben sich aus der Differenz zwischen den
Zinsaufwendungen und den Zinseinnahmen. Mietausgaben und Leasingausgaben
werden dabei teilweise berücksichtigt. Allerdings findet die Zinsschranke nur ab einem Nettozinsbetrag von 3 Millionen EUR Anwendung (Freigrenze). Bei einer Organschaft wird die Lage auf Organschaftsebene berücksichtigt.

Auch zum Nachteil französischer Unternehmen führt die Verschärfung der Besteuerung der Gewinne aus der Veräußerung von Beteiligungen. Bis zum 31.12.2012 waren Gewinne von körperschaftsteuerpflichtigen Körperschaften aus der Veräußerung von qualifizierenden Beteiligungen zu 90% örperschaftsteuerfrei (95% in Deutschland, §8b KStG). Seit dem 1.1.2013 ist der Gewinn nur noch zu 88% steuerfrei. Dies ist für Frankreich als Holdingstandort eine schlechte Nachricht.

 

Gewinne aus der Veräußerung von Beteiligungen über 25% durch beschränkt
Körperschaftsteuerpflichtige unterlagen bis 31.12.2012 einer Pauschalbesteuerung von 19%. Der Satz wird auf 45% angehoben. Dies gilt aber nur unter Vorbehalt der DBA Bestimmungen (d.h. es gilt nicht, wenn das Besteuerungsrecht dem Ansässigkeitsstaat des Veräußerers zusteht) und nur, wenn der Veräußerer seinen Sitz außerhalb der EU oder des EWR hat.

 

Die Verlegung des Sitzes oder einer Betriebsstätte in einen anderen EU/EWR
Mitgliedsstaat löst grundsätzlich die Besteuerung der Gewinne und stillen Reserven des Unternehmens aus, es sei denn, das Unternehmen bleibt einer französischen
Betriebsstätte unterordnet. Das dritte Finanzänderungsgesetz für 2012 zieht aber die Konsequenzen aus dem Urteil des EuGH vom 29. November 2011 (National Grid Indus BV) und sieht rückwirkend ab dem 14. November 2012 vor, dass die Körperschaftsteuer in diesem Fall in Raten gezahlt werden kann (5 gleichmäßige Zahlungen).

 

Die Steuergutschrift für Forschungs- und Entwicklungsausgaben wird angepasst. Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass die Steuergutschrift von 30% der F&E Ausgaben bis 100 Millionen Euro und 5% darüber hinaus beträgt, wobei erhöhte Sätze bei dem Erstantrag gelten. Seit dem 1.1.2013 sind die erhöhten Sätze weggefallen. Der Anwendungsbereich der Steuergutschrift wird außerdem für Mittelstandunternehmen etwas ausgedehnt und das Verfahren wird erleichtert.

Für Großunternehmen (schon ab einem Jahresumsatz von 250 Millionen Euro anstatt wie bisher 500 Millionen Euro) gelten ab dem 1.1.2013 verschärfte KSt-Vorauszahlungsmodalitäten.


Ferner wird für diese Unternehmen der KSt-Sonderzuschlag von 5% der fälligen
Körperschaftsteuer bis zum 30.12.2015 verlängert, wobei dieser Sonderzuschlag
ursprünglich bis zum 30.12.2013 vorgesehen war.

Die Umsatzsteuer bleibt von der Reformwelle nicht erspart. Ab dem 1.1.2014 wird der reduzierte Steuersatz von 5,5% auf 5% herabgesetzt, der Zwischensatz von 7% wird auf 10% erhöht und der normale Satz von 19,6% wird auf 20% erhöht. Elektronische Rechnungen werden erleichtert. Neben den schon längst anerkannten EDI-Verfahren und Rechnungen mit elektronischer Unterschrift werden seit dem 1.1.2013 Rechnungen in anderen Formaten (z.B. PDF) akzeptiert. Es handelt sich dabei um die Umsetzung der EG-RL 2010/45.
Quelle : Lefèvre Pelletier & Associés