Dossier du mois

19. janvier 2013

Der Markt für elektrische Ausrüstung und Anlagen in Frankreich

Das Jahr 2011 bestätigt die Rückkehr zum Wachstum. Ein Markt, der zwar von der Krise betroffen ist, aber dennoch standhält.

Nach dem Einbruch im Jahr 2009 hat die Aktivität der Unternehmen im Bereich
Elektroausrüstung und Anlagen wieder angezogen. Der Umsatz dieser Branche ist 2011 in Frankreich durchschnittlich um 5 % gestiegen. Das Wachstum beruht zwar teilweise auf der Fortführung von externen Wachstumsmaßnahmen, spiegelt jedoch ebenfalls gute organische Leistungen bei einem Großteil der Anbieter wider, insbesondere bei den führenden Firmen für Elektroanlagen. So ist beispielsweise der Umsatz der Firma Spie in Frankreich um nahezu 8 % pro-forma gestiegen. Die Auftragslage der Ausrüster ist ebenfalls ansteigend, was durch Schwellenmärkte und Versorgungsnetz-Infrastrukturen bedingt ist. Im Gegensatz dazu leidet der Bereich der Stromerzeugung stärker, da die Bedingungen auf dem europäischen Markt derzeit für Investitionen ungünstig sind. In diesem Teilbereich sind die Wachstumsmöglichkeiten auf Dienstleistungen bei Wartung und Instandhaltung von Kraftwerken ausgerichtet, insbesondere von Atomkraftwerken, deren Sicherheitsrichtlinien verschärft worden
sind.

 

Der Segen der grünen Ökonomie
Grenelle de lenvironnement (französisches Umweltschutzprogramm), Faktor 4, Klimaplan Frankreichs Ehrgeiz im Hinblick auf die Umwelt trägt zum Wachstum bei
Die Verschärfung der Umweltauflagen eröffnet für die gesamte Branche neue
Wachstumsperspektiven in den Bereichen Ausrüstung, Anlagen und Dienstleistungen:

  • Obgleich der Kontext für erneuerbare Energien insgesamt weniger günstig ist (Preisdruck, Senkung der Einkaufspreise, Richtlinien und Auflagen), so sind dennoch bedeutende Projekte in Vorbereitung, insbesondere bei Offshore-Windanlagen. Die Errichtung der Windparks, die im Rahmen der ersten Ausschreibung ausgewählt wurden, stellt eines der Haupt-Bauvorhaben der Firma Alstom dar, die der große Gewinner bei der Lieferung von Turbinen ist;
  • Im Bereich der Infrastrukturen ist der Ausbau intelligenter Netzwerke (smart grids) unabdingbar, um die elektrischen Systeme zu optimieren und zum Energie-Wirkungsgrad beizutragen. Der Einbau von intelligenten Stromzählern ist eine der Prioritäten. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, dass 80 % der Bevölkerung bis zum Jahr 2020 damit ausgerüstet sind. In Frankreich wird ERDF 35 Millionen Zähler der Marke Linky einbauen, was eine Investition von über 4 Milliarden Euro darstellt;
  • Im Dienstleistungsbereich sind neue Vertragsformen ein Mittel, um neue Märkte zu erobern, insbesondere Partnerverträge, hauptsächlich in den Bereichen Straßenbeleuchtung und Gesundheitswesen, die immer mehr dazu neigen, ihre Energieversorgungsfunktionen auszulagern.

Die Industrie in Kampfstellung
Der Energie-Wirkungsgrad im Zentrum der Angebotsstrategien
Die Anbieter bereiten sich auf diese neuen Gegebenheiten hinsichtlich Strategie und Konkurrenz vor. Dabei setzen sie vor allem auf:

  • die Eingliederung neuer Kompetenzen. Der Erwerb von Vizelia (einer Firma, die Software zur Echtzeit-Verfolgung des Energieverbrauchs entwickelt) durch Schneider Electric oder der von Sinovia (einer Firma, die insbesondere eine Lösung zur Fernbearbeitung der öffentlichen Beleuchtung entwickelt hat) durch Ineo legen Zeugnis ab vom Ehrgeiz der Gruppen hinsichtlich eines intelligenten Energie-Managements;
  • die Innovation, um ihr geschäftliches Angebot zu differenzieren und sich auf
    zukunftsträchtigen Märkten zu platzieren. So investiert beispielsweise Legrand jährlich zwischen 4 % und 5 % des Umsatzes in R&D (Forschung und Entwicklung);
  • die Dienstleistungen zum Energie-Wirkungsgrad stellen einen Tummelplatz für Anbieter aller Art dar: Servicefirmen für Betreiber (Cofely, Dalkia), Dienstleister für Anlagen (ETDE, Vinci ) sowie Ausrüster (Schneider Electric).

Die Branche setzt ihre Konsolidierung fort
Externes Wachstum, Hauptansatzpunkt bei der Entwicklung der Anbieter
Die Verschärfung der Bedingungen zum Erhalt von Finanzmitteln hat die
Erweiterungsstrategien durch externes Wachstum nicht in Frage gestellt, wenn auch das Tempo sich in den letzten Jahren ein wenig verlangsamt hat. Die Konsolidierung der Branche ist noch weit davon entfernt abgeschlossen zu sein, sowohl seitens der Hersteller wie auch seitens der Installateure. Diese setzen die Vernetzung der Gebiete in erhöhtem Tempo fort. Spie hat im Jahr 2011 nicht weniger als 14 Unternehmen eingegliedert und fast 10 im Laufe der ersten 10 Monate des Jahres 2012. Jedoch dürfen Anbieter von größerer Tragweite nicht ausgeschlossen werden, wovon die Übernahme von Areva T&D durch Schneider Electric und Alstom und diejenige von Cegelec durch Vinci Energies zeugen.

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Fatima Lahcene
Conseillère Allemagne

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